Radioaktive Belastung von Wildfleisch
Seit zehn Jahren stagniert der Gehalt an radioaktivem Cäsium-137 bei Rehwild und Rot- bzw. Damwild bei einem niedrigen Medianwert von ca. 20 Becquerel (Bq) pro Kilogramm Fleisch", teilt Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) mit.
Im Veterinärinstitut Hannover des LAVES werden seit 1988 jährlich 160 Fleischproben von Wildtieren auf ihre radioaktive Belastung untersucht. Die Untersuchungen sind Teil des "Sonderprogramms Wild", das das Niedersächsische Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft, und Verbraucherschutz in Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eingerichtet hat.
Bei Schwarzwild schwankten die Werte in den vergangenen Jahren zwischen 20 und 60 Bq/kg. "Das ist nicht ungewöhnlich", erklärt Dr. Martin Runge vom Veterinärinstitut Hannover. "Die radioaktive Belastung von Wildschweinen ist abhängig von der Nahrung, die die Tiere vorfinden." So kann es vorkommen, dass vereinzelt Wildschweinefleischproben den EU-Grenzwert von 600 Bq/kg überschreiten. Der Grund dafür liegt im Ernährungsverhalten der Wildschweine. Diese nehmen auch Nahrung aus dem Boden auf, darunter mit radioaktivem Cäsium kontaminierte Pflanzenteile. Das darin nachweisbare Radiocäsium kommt im Waldboden in einer Tiefe von 5-7 cm vor und stammt von den radioaktiven Niederschlägen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl. Jedoch: "Für Verbraucher besteht durch den Verzehr normaler Mengen von Wildschweinefleisch keinerlei Gesundheitsrisiko", so Haunhorst.




