Online-Datenbank für moderne Alternativen zu Tierversuchen

(01.10.2009) Die neue Online-Datenbank "good cell culture" unterstützt WissenschaftlerInnen dabei, Tierleid zu reduzieren

Eigentlich sollten Zellkulturen Tierversuche reduzieren und so Tierleid vermindern. Oft ist aber das Gegenteil der Fall. Zellen brauchen eine Lebensgrundlage, die häufig noch immer aus dem Blut ungeborener Kälber gewonnen wird.

Die neue online-Datenbank "good cell culture" der oberösterreichischen BioMed-zet Life Science GmbH unterstützt WissenschaftlerInnen bei der Entwicklung von Zellkulturen, die kein Tierleid verursachen.

Um Zellen im Reagenzglas "in vitro" am Leben halten zu können, muss man eine geeignete künstliche Lebensumgebung schaffen. Grundlage dieser Umgebung ist meist so genanntes fötales Rinderserum, das bei der Fleischproduktion gewonnen wird.

Am Schlachtungsfließband wird trächtigen Kühen die Gebärmutter mit dem Fötus entnommen und das Blut des ungeborenen Kalbes mittels Herzpunktion abgesaugt. Niemand weiß, ob die Föten dabei nicht große Schmerzen erleiden. Schätzungen gehen davon aus, dass so für die moderne Biotechnologie weltweit 1 bis 2 Millionen Rinderföten "verbraucht" werden.

Am kürzlich in Rom zu Ende gegangenen 7.Weltkongress über Alternativen zu Tierversuchen wurde von der oberösterreichischen BioMed-zet Life Science GmbH eine neue Datenbank vorgestellt, die WissenschaftlerInnen hilft, tierleid-freie Alternativen zu tierischen Seren zu finden.

"In unserer kostenlos übers Inter-net abrufbaren Datenbank 'good cell culture' können alle Informationen über kommerziell erhältliche Tierserum-freie Produkte für Zellkulturen und deren Hersteller abgerufen werden. WissenschaftlerInnen können gezielt nach Produkten suchen, die für ihre Zellkultur passen.

So brauchen Hautzellen zum Beispiel eine andere Lebensumgebung als Nierenzellen." erläutert Mag. Daniel Brunner, der bei der BioMed-zet Life Science GmbH die Datenbank entwickelt hat.

"Die Verwendung von Tierserum-freien Produkten für Zellkulturen hilft nicht nur, Tierleid zu vermeiden, sondern verbessert auch die Qualität der Zellkulturen, sodass wir genauere Forschungsergebnisse erzielen können." führt Univ.Prof. Dr. Gerhard Gstraunthaler von der Medizinischen Universität Innsbruck aus, der die Entwicklung der Datenbank wissenschaftlich begleitet hat.

"Medien aus tierischem Blut unterliegen in ihrer Zusammensetzung Schwankungen, die es erschweren, Ergebnisse aus Zellkulturen miteinander zu vergleichen. Wir brauchen aber stan-dardisierbare und somit vergleichbare Zellkulturen, um so zum Beispiel neue und bessere Medikamente entwickeln zu können." so Univ.Prof. Dr. Gstraunthaler weiter.

Für eine in vitro Forschung ohne Tierleid: www.goodcellculture.org

Die Entwicklung der Datenbank wurde durch die Pollux-Privatstiftung gefördert.

 


Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Tierschutzombudsstelle Wien

1. Österreichisches Tierheim-Symposium

Die Tierschutzombudsstelle Wien veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Tierhaltung und Tierschutz, Vetmeduni Wien und „pro-tier“ – Verband der österreichischen Tierschutzorganisationen das Symposium
Weiterlesen

Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Tierschutzes

Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Tierschutzes

Die Tierschutzombudsstelle Wien vergibt 2009 bereits zum fünften Mal einen Förderpreis für hervorragende innovative wissenschaftliche Arbeiten die direkt oder indirekt tierschutzrelevante Themen haben oder Fragen zur Mensch-Tier-Beziehung behandeln
Weiterlesen

Tierschutzombudsstelle Wien

Fachtagung: Katzenhaltung in der Großstadt

Die Tierschutzombudsstelle Wien veranstaltet gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte und der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit freundlicher Unterstützung von Royal Canin am 3. Oktober 2008 eine Fachtagung zum Thema Katzenhaltung in der Großstadt
Weiterlesen

Dummy Bild

Ausschreibung: Preis für tierversuchsfreie Forschung

Anlässlich seines 40jährigen Bestehens stiftet der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) einen Preis für tierversuchsfreie Forschung. Er wird an ForscherInnen vergeben, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen
Weiterlesen

Kurzmeldungen

Firmennews

Neuerscheinungen